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Song vom

TOTEN SALONG



Der Tag ist erledigt, der Tag ist vorbei.
Man hängt völlig durch, die Knochen wie Blei.
Man will nichts mehr wissen. Man will nur nach Haus.
Man will nur noch tot sein, der Ofen ist aus.
Der Kopf ist ein Klumpen aus nichts als Beton!
Und doch schleppt man sich in den Toten Salon.

Die Kohle ist alle, der Kühlschrank ist leer.
Vom Flaschenpfand leben geht auch nicht mehr.
Man geht nicht ins Kino. Man fährt nicht mehr weg.
Man ernährt sich nur noch von dem billigsten Dreck.
Das Laune ist alles andre als bon!
Und doch geht man hin in den Toten Salon.

Man kann nichts mehr lesen, ohne zu stöhnen.
Man will sich das Fernsehen abgewöhnen.
Das Leben hat sich als ein Scheißdreck entpuppt.
Man kriegt nichts gebacken. Man kriegt nichts gewuppt.
Die Welt ist ein einziger Riesenaffront!
Was tut man? Man tappt in den Toten Salon.

Man glaubt gar nichts mehr. Man macht einfach dicht.
Die Völker bluten. Das juckt einen nicht.
Krieg, Terror, Seuchen und Kindertränen?
Was für ein Aufwand, um leise zu gähnen.
Das Elend spielt mit sich selber Pingpong.
Es hilft nichts, es bleibt nur der Tote Salon.

Die Menschheit komplett gehört zum Psychiater.
In Hamburg ist das das Bunker-Theater.
Wo fände der Daseinsdruck sonst sein Ventil,
Wenn nicht einmal im Monat bei uns im Asyl?
Was ist des Lebens letztes Essential?
Der Tote Salon mit Wieland und Henschel.